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Brett vorm Kopf
Cannes 2002 – ein Film, ein Eklat und wieder einmal ein Franzose, der hinter der Kamera stand. Gaspar Noé produzierte gemeinsam mit Vincent Cassel den wohl filmischsten Schlag vor den Kopf, den jemals ein Kinofilm verkörperte. Keine Skrupel, keine Beschönigungen, keine Tabus – der Mensch als Tier, der Mensch als Opfer seiner selbst und seiner Entscheidungen. Die Kamera wird zum Ausdruck der Emotionen Daher muss man auch als Regisseur gerade stehen für die Entscheidungen die man trifft, um seinen Film in den Kasten zu bekommen. Selbst falsche Entscheidungen können dabei nicht rückgängig gemacht werden. So wirft man den Zuschauer mir nichts dir nichts in ein unvorbereitetes und überhoben skizziertes Chaos, dass durch eine nie stillstehende Kamera zur Achterbahnfahrt direkt in den Magen-Darm-Trakt wird. Wüste Soundkulissen, verwaschene Bilder, hier und da mal ein erregierter Penis oder ein zerschlagener Kopf - das sind im Wesentlichen die Bestandteile, die der Zuschauer innerhalb der ersten zwanzig Minuten zu verarbeiten hat. Einen Grund für das Chaos gibt es erst später, wenn man den dann überhaupt noch erfahren will. Gut, die Thematik lässt diese Umsetzung eindeutig zu und verdeutlicht hoffentlich nicht zum Letzten Mal auf der Leinwand die Grausamkeit der eigenen Menschlichkeit. Jedoch sollte man dabei bedenken, wie man sein Vorhaben verpacken will. Überheblichkeit ist zwar ein französisches Klischee, aber dieses Stereotyp sollte nicht unbedingt nachträglich Viel zu überzogen wird man somit in etwas hineingeworfen, dass man nicht versteht, dass rückwärts abgespielt wird und letztenendes nur eine Rechtfertigung für eine 99minütigen Lektion in Sachen Rache ist. Die Zeit zerstört alles und so auch die Momente, die man ohne Irreversibel hätte verbringen können. Doch bevor man sein Ticket lösen will, sollte man wissen, dass dieser Film nichts für zartbesaitete Gemüter ist. Wir können nicht vor der Zeit davonrennen, aber immerhin können wir entscheiden wie wir sie verbringen. HAMA
Irreversibel - Facts
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