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< Irgendwann in Mexiko Secretary Irreversibel >      

Zurück zum Rohrstock
Schreibmaschinen sind besser als Buchstabensuppen: Sie lassen zu, dass wir Sätze aufs Papier bringen, fördern damit die zwischenmenschliche Kommunikation und können Tippfehler zur Belohnung werden lassen. Wo sonst eine Portion Tipp-Ex helfen kann, dürfen auch ein paar Schläge auf den Allerwertesten als Fehlerbehebung dienen.
     Dies kann Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) nur recht sein. Schließlich hat sie sich schon seit früher Kindheit selbst geschnitten, um ihr verkorkstes Elternhaus zu ertragen und den Mensch in ihr durch den Schmerz zu fühlen. Kaum das sie einen Schreibmaschinenkurs bestanden hat, kann sie ihre neu erworbenen Fähigkeiten bei einem Rechtsanwalt erproben.
     E. Edward Grey (James Spader) hat sich den Rotstift zum besten Freund gemacht. Als Lees Arbeitsgeber ist es immerhin seine Pflicht seine Angestellte zu disziplinieren und auf Fehler hinzuweisen. Lee muss nun eine ganz neue Seite an sich entdecken, denn ihr Chef ahndet ihre Schreibfehler mit wilden S/M – Praktiken. Die Lust wird zur Sucht und gebiert eine neue Liebe für Lee, die sie sich demütig verdienen muss.
     Etwa zehn Jahre ist es her, dass man unter dem Titel Bad Behaviour lustvolle Kurzgeschichten veröffentlichte. Steven Shainberg las darin mit Begeisterung Mary Gaitskills „Secretary“. Inspiriert von ihren Ideen, beschloss der Werbefilmregisseur sie für die Leinwand zu adaptieren. Dank der Thematik behandelte man Secretary zunächst als Softporno, mit dem sich lieber niemand die Finger schmutzig machen wollte. Doch das Projekt glückte nach einigem Suchen und man fand finanzielle Unterstützung in New York. So konnte das fertige Produkt beim Sundance Filmfestival 2002 einen Sonderpreis für seine Originalität einheimsen und kann nun auch die Herzen hiesiger Kinogänger erfreuen.
     Dominiert durch die Genrekonventionen einer leisen Komödie wird ohne großes Aufsehen S/M kinotauglich gemacht. Nie hat man das Gefühl perversen Bildern zu erliegen oder überzeichneten Charakteren bei der Praktizierung ihrer schlagkräftigen Phantasien beiwohnen zu müssen. Im Gegenteil, Secretary überzeugt durch seinen herrlich frischen Erzählstil, kann mit der Wahl seiner Hauptdarsteller die wenigen Längen gut ausbalancieren und würzt den amerikanischen Kinofilm mit einer herzerfrischenden Kühnheit.
     Da kann man es sich ruhig vor der Leinwand bequem machen, ein Lächeln aufsetzen und Anregungen sammeln. So gemütlich wie der Film mit seinem Thema umgeht, so gemütlich lässt er sich verdauen. Das Gefühl, selbst vom Rohrstock geschlagen worden zu sein, bleibt aus und man kann sich über einen gelungenen Kinoabend freuen.

HAMA

Secretary - Facts


Komödie, USA 2002
Regie: Steven Shainberg
Hauptdarsteller: Maggie Gyllenhaal, James Spader, Jeremy Davies, Lesley Ann Warren, Stephen McHattie u.a.
Bundesstart: 25.9.2003
Homepage: Secretary
(http://www.arsenalfilm.de/index.html)
Action
Humor
Spannung 
Anspruch
Erotik

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Mit freundlicher Unterstützung von (Chemnitz)

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