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Die Jagd nach Informationen
Politik sei eine trockene, langweilige Materie? Wer dieser Ansicht ist, sollte sich diesen Film zu Gemüte ziehen. Nicht nur die Story, sondern vor allem die Umsetzung von Ridley Scott und die Besetzung verleihen diesem Film das Prädikat wertvoll – obwohl es sich um US-amerikanisches Kino handelt, das sich mit den heiklen Themen Terrorismus und Nahen Osten auseinandersetzt. Leiden nämlich viele Produktionen an einer zu starken schwarz-weiß Darstellung diverser Ereignisse und schöpfen Vorurteile bis ins kleinste Detail aus, so ist Der Mann, der niemals lebte eine gelungene Ausnahme und vielleicht, um ganz optimistisch zu sein, ein Wendepunkt bezüglich der oftmals zu glorifizierenden US-Politik-Thriller.
Um was geht es? Terroristen planen Anschläge. Das ist nichts Neues und die CIA hat genau den Mann, der den Urheber allen Übels finden soll: Roger Ferris (DiCaprio). Im Gegensatz zu seinem zynischen Verbindungsoffizier Ed Hoffman (Crowe), erlebt Ferris den Terror, das Leid und die Dramen im Nahen Osten hautnah mit. Seine Befehle hingegen erhält er vom an Selbstüberschätzung leidenden Hoffman per Mobiltelefon. Dieser sitzt meilenweit entfernt in einem komfortablen HighTech-Büro, ist den ganzen Tag am Essen und davon überzeugt die Terroristen durchschaut und für jedes Problem eine Lösung parat zu haben. Als Ferris bei seinem Auftrag, das Netzwerk des Terrorchefs Al-Saleem zu infiltrieren, auf der Stelle tritt, holt er sich Hilfe beim jordanischen Geheimdienst. Der Chef des Geheimdienstes, Hani Salaam, verlangt neben Integrität aber vor allem Vertrauen - Vertrauen ist nämlich der Schlüssel zu den heiß begehrten Informationen. Hoffman hingegen vertraut Salaam und den Jordaniern nicht und startet eine eigene Operation über den Kopf von Ferris hinweg…  Die Story ist komplex, aber nicht undurchschaubar. Überraschende Wendungen und intelligente Dialoge verleihen dem Film eine intelligente Spannung, so dass über die für Hollywood typischen Actionszenen und die zum Teil doch recht plumpe Liebesgeschichte getrost hinweggesehen werden kann. Auf dass es in Zukunft mehr aufschlussreiche Post-9/11-Filme aus der Traumfabrik gibt, in denen unsere vielschichtige Welt differenziert dargestellt wird - denn nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint… M.Rönicke
Der Mann, der niemals lebte - Facts
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