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Ein Leben für den Sport
Aufgrund von zerrütteten Familien, hoher Beschäftigungslosigkeit und Kriminalität sind die Aussichten auf einen Collegeplatz in der Arbeiterstadt Richmond nicht gerade rosig. Man kann aber durch eine Lücke, dem Basketballstipendium, Licht in der Trostlosigkeit des Alltags erkennen, wenn man bloß mal gewinnen würde. Doch da tritt Coach Ken Carter (Samuel L. Jackson: Pulp Fiction, Unbreakable, Shaft) auf den Plan. Er lässt seine Jungs Verträge unterschreiben, in denen sie sich dazu verpflichten einen Notendurchschnitt von unter 2,7 zu haben, in ihren Kursen immer in der ersten Reihe zu sitzen und an Spieltagen Jackett und Krawatte zu tragen. Aber dem nicht genug, durch empfindliche Strafen wie 1000 Liegestütze und 1000 Lienenläufe bekommt er die Truppe von rebellischen Taugenichtsen allmählich in den Griff. Und siehe da, es geht auch anders, denn jetzt hagelt es plötzlich Siege. Nicht nur die Spieler sind aus dem Häuschen, sogar die ganze Stadt fiebert mit – dreizehn mal ungeschlagen. Doch genau auf dem Höhepunkt der Euphorie bekommt Coach Carter die Zwischenberichte der Lehrer, und die sind alles andere als berauschend. So entschließt er sich die Turnhalle zu verriegeln, das Training ausfallen zu lassen und sagt sogar die nächsten Spiele ab. Solange die Vertragsbedingungen nicht von allen erfüllt sind, gibt es laut Carter kein Basketball. Nun kommt es zur Rebellion der Eltern, denn die haben ihre Kinder schon mit einem Stipendiumsplatz am College gesehen.
Regisseur Thomas Carter (Save The Last Dance) versetzt den Zuschauer in das Jahr 1999 zurück, genau das Jahr in dem der echte Ken Carter die Turnhalle der Richmond High School abschloss und damit einen wahren Pressesturm auslöste. Man weiß zwar von den autobiographischen Hintergründen der einzelnen Rollen, aber das Pathos a la Hollywood hat hier mal wieder so richtig zugeschlagen. So heroisch und selbstlos wie auch das Bild des Coachs dargestellt wird, erinnert es schon fast an Selbstverliebtheit. Doch wieder mal ist Samuel L. Jackson ein Garant für gute Unterhaltung, denn genau diese Gradwanderung zwischen Heldentum und Narzissmus meistert er mit Bravour. In den weiteren Rollen sind echte High School Basketballspieler zu finden, die den Sportszenen die nötige Authentizität und den Dunks, Block Shots und den Spielzügen das gewisses Flair der NBA vermitteln. Aber nicht nur im sportlichen Bereich können die Neulinge im Filmgeschäft Akzente setzen, denn auch ihre Schauspielerischen Leistungen lassen sich durchaus sehen. Coach Carter zeigt aber nicht nur die Seite des Sports und des Erfolges, sondern auch die sozialen Probleme der Spieler und deren Umfeld. Trotz der komplexen Story und dem "Ghetto-Anteil" drängt sich einem der Gedanke an die Ähnlichkeit zu den Disney-Sportfilmen förmlich auf. Aber dieser Film hat ihnen gegenüber einen großen Vorteil – hier wird nicht Gesungen. TU
Coach Carter - Facts
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