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< Ein (un)möglicher Härtefall Dogville Liebe mit Risiko - Gigli >      

Eine Gemeinde zeigt ihre Zähne
Nicole Kidman ist als Nicole Kidman ist als "Grace" auf der Flucht vor einer amerikanischen Gemeinde
Schon seit jeher ist Lars von Trier für das Extravagante bekannt. Kritik und filmischer Schöngeist bekommen nur bei ihm eine gänzlich eigene Note. So auch in seinem neuesten Machwerk, das für berühmte Kollegen in seinem Metier wie ein Schlag ins Gesicht wirken muss. Auf ein aufwendiges Bühnenbild wird gänzlich verzichtet, der Ort der Handlung wird nie verlassen und ist dogmatisch auf den Boden einer Art Theaterbühne fixiert. Erkenntlich sind nur einige wenige Möbelstücke oder markante Gegenstände, die auf die Funktion des in Grundrissen dargestellten Hauses hinweisen. So wird Dogville selbst von Anfang an zu einer Persiflage der Realitymovies und legt schon in den ersten Minuten die illusorische Gesellschaftsidylle Amerikas als Abziehbild materiellen Wertedenkens offen.
     Trotz dieses unkonventionellen Stilmittels für Kinoverwöhnte Augen, macht es von Trier den Zuschauern leicht, sich an die groteske Nacktheit seines Filmes zu gewöhnen. In kleinen Happen wird Dogville summa summarum in 9 Episoden plus Prolog präsentiert. Diese Information bekommt man gleich in den ersten Zügen präsentiert und darüber hinaus erfährt man auch sofort, was in den folgenden knappen 3 Stunden auf einen zukommt.
     Es geht um die schöne Grace (Nicole Kidman), die auf der Flucht ist und in das trügerisch idyllische Dogville kommt. Nach anfänglichen Problemen wird ihr der Zugang in die kleine Gemeinde gewährt, jedoch unter der Auflage, jeden der 15 Einwohner persönliche Dienste zu erfüllen. Zunächst scheint Grace glücklich mit ihrem neuen Leben in der Gemeinde zu sein, kostet eine frische Liebe und lernt die Zuneigung ihrer Mitmenschen zu genießen. Doch die Idylle wird rasch aufgehoben, als Grace den Fehler begeht ihre Mitmenschen näher kennen lernen zu wollen. Ihr Verhalten bringt die Oberflächlichkeit der Gemeinde zu Licht und befördert die Verletzlichkeit eines jeden zu Tage. Jetzt muss sie lernen, dass auch eine Gemeinde die Zähne fletschen kann.
     Das Experiment glückt, der Schlag ins Gesicht trifft und von Triers Antiamerikanismus ist nicht nur reine Interpretationssache, sondern durchzieht den gesamten Film wie eine Smogwolke eine jede Großstadt. Eine Trilogie war zunächst mit Nicole Kidman geplant, die den markanten Titel The U.S. and A trug. Doch die Darstellerin hat sich nun aus terminlichen Gründen umentschieden und der Weitergang dieses Projektes steht zunächst in den Sternen. Doch Dogville funktioniert ganz gut als Einzelstück und wird sicher zukünftige Kinoproduktionen beeinflussen. Mit einem lächerlich geringen Produktionsbudget von knapp 10Mio Dollar, führt er seinen Kollegen die eigentliche Kunst des Filmerzählens vor. Runde Charaktere, ein spannender Plot und moralische Seitenschläge lassen dabei selbst die Abwesenheit des blauen Himmels vergessen.

HAMA

Dogville - Facts


Drama, DK, GB, S 2003
Regie: Lars von Trier
Hauptdarsteller: Nicole Kidman, Harriet Anderson, Lauren Bacall, Jean-Marc Barr, Paul Bettany, Blair Brown, James Caan, Udo Kier uva.
Bundesstart: 23.10.2003
Homepage: Dogville
(http://www.concorde-film.de)
Action
Humor
Spannung 
Anspruch
Erotik

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Mit freundlicher Unterstützung von (Chemnitz)

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