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Die Herrin der Kompassnadeln
Der goldene Kompass
Vom goldenen Ring zum goldenen Kompass. So wird der neueste Fantasy-Hit im Kielwasser von Herr der Ringe angekündigt und als würdige Nachfolger-Trilogie propagiert. Die Erwartungen sind damit ziemlich hoch gesteckt. Zugegeben, so manches Detail deutet bereits auf den großen Wurf hin. So setzt sich zum Beispiel die Schauspielercrew aus der Crème de la Crème Hollywoods zusammen und auch die Tricktechnik wurde vom großen Ring-Vorbild übernommen. Weiterhin sitzt Regisseur Chris Weitz mit im Boot, der für das Drehbuch zu About a Boy sogar eine Oscar-Nominierung erhielt.

     Verfilmt wurde mit Der Goldene Kompass das erste Buch aus Philip Pullmanns beliebter und preisgekrönter Trilogie His Dark Materials. Die zwölfjährige Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) lebt in einer Parallelwelt, in der jeder Mensch von einem persönlichen Dämon in Tiergestalt begleitet wird. Doch ein Krieg steht bevor. Die herrschende Regierung, das so genannte Magisterium, unterdrückt die Bevölkerung und auf merkwürdige Weise werden Kinder von geheimnisvollen Gobblern in den Norden entführt. So auch Lyras bester Kumpel Roger, dem sie versprochen hat, ihn niemals im Stich zu lassen. Als ihr Onkel, der Forscher Lord Asriel (Daniel Craig), Lyra verwehrt ihn bei seiner Expedition in den Norden zu begleiten, nimmt sich ihrer die Wissenschaftlerin Mrs. Coulter (Nicole Kidman) an. Gemeinsam wollen sie dem Onkel in den Norden folgen.
     Kurz bevor die Reise ins Ungewisse beginnt, bekommt Lyra ein Alethiometer überreicht. Ein uraltes Instrument, welches als güldener Kompass verkleidet bei ordnungsgemäßer Anwendung dem Träger die Wahrheit verrät. Auf dem Weg in den eisigen Norden trifft die kleine Heldin auf fantastische Persönlichkeiten, wie dem Eisbären Iorik Byrnison, der Hexe Serafina Pekkala (Eva Green) oder dem Ballonfahrer Lee Scoresby (Sam Elliot). Zusammen mit ihren neuen Gefährden nimmt Lyra das Schicksal der Welt in die Hand.

     Oje, schon die Geschichte in diesen kurzen Zeilen festzuhalten, gestaltet sich als sehr schwierig. So komplex ist sie. Den Filmemachern muss es genauso ergangen sein, anscheinend saß dann am Inhalt auch das Cuttermesser sehr locker. Im Film fällt dies durch unmögliche Szenenschnitte schnell negativ auf und lässt eine Menge an Fragen auftauchen. Bei den Dialogen hingegen kann sicher zwischen ‚sehr gut’ und ‚schlicht überflüssig’ unterschieden werden. Das ist sehr schade. Sind doch die dargestellten Figuren gut ausgearbeitet und versuchen den Film den nötigen Elan zu geben. Besonders Lyras Charakter begeistert das Gemüt und entschädigt hier und da für die Ernüchterungen.
      Leider kann solch ein löchriger Plot nur bedingt mit den spektakulären Animationen ausgeglichen werden. Letztendlich übertrifft Der Goldene Kompass in vielerlei Hinsicht Narnia oder Wintersonnenwende. Jedoch im Vergleich zu Harry Potter oder gar dem Herrn der Ringe verschwindet das goldige Instrument weit hinter den Fantasy-Flagschiffen. Dennoch zeigen die Kompassnadeln auf eine baldige Fortsetzung.
DeStiller

Der goldene Kompass - Facts


Fantasy, USA 200
Regie: Chris Weitz
Hauptdarsteller: Nicole Kidman, Daniel Craig, Eva Green, Sam Elliott, Dakota Blue Richards
Bundesstart: 6.12.2007
Homepage: Der goldene Kompass
(http://www.dergoldenekompass-derfilm.de/)
Action
Humor
Spannung 
Anspruch
Erotik

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