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Einheitsgefühle und Wendewirren
Deutschland kurz vor der Wende: Frank Lehmann (Christian Ulmen) wohnhaft im Berliner Stadtteil Kreuzberg, West-Berlin, arbeitet nachts als Barkeeper, Tagsüber versucht er das Herz seiner Traumfrau (Katja Danowski) zu beeindrucken. Das heißt wenn er nicht schläft oder seine Mutter bei ihm anruft. Bis dahin verläuft Franks Leben so wie er es sich vorgestellt hatte, aber jetzt wird alles anders. Erst besuchen ihn seine Eltern, dann dreht sein bester Kumpel (Detlev Buck) durch, seine Freundin trifft sich mit „Kristall Reiner“ und zu allem Überfluss wird Frank 30. Deshalb nennen ihn auch alle scherzhaft „Herr Lehmann“.
Herr Lehmann ist anfangs ein äußerst amüsanter Querschnitt durch Franks Leben kurz vor seinem 30sten Geburtstag. Durch gezielten Wortwitz und absurde Vergleiche („Liebe und verliebt sein verhält sich wie Lungenentzündung zu chronischer Bronchitis.“), gelingt es Leander Haußmann (Regie) eine exzellente Komödie zu zimmern und folgt fürsorglich den Grundzügen der Romanvorlage von Sven Regener. Mehr noch entfaltet sich mit den ersten Lebenseinschnitten des Protagonisten die tragische Seite im Plot, untermalt von den Wirren des Mauerfalls. Christian Ulmen, bekannt geworden als einer der liberalsten MTV Moderatoren, brilliert in seiner ersten Hauptrolle. Wer hätte das gedacht, er spielt seine Figur so greifbar, als wäre es sein eigenes Leben. Endlich beweist er damit, dass sein Erscheinen auf der Leinwand nicht nur für ein kurzes Gimmicklächeln a lá „Hey guck der Ulmen“ gut ist, wie es erst kürzlich in Benjamin Quabecks Verschwende deine Jugend der Fall war. Da kann man nur hoffen, dass in der derzeitigen Verfilmungsmanie junger Erfolgsromane die ein oder andere Besetzung wieder für ihn rausspringt. TU
Herr Lehmann - Facts
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