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< Das Wunder von Bern Kill Bill, Vol.1 Bad Boys II >      

Rache wird am besten kalt serviert.
6 lange Jahre Abstinenz, 6 lange Jahre des Schreibens, 6 sehr lange Jahre des Wartens - endlich hat Quentin Tarantino den Weg zur Leinwand wieder gefunden. Viel Material aus seinem Filmfanatismus liegen nun kompensiert auf 200min Celluloid vor. Produzent Harvey Weinstein hat die Schere angesetzt et voilà Tarantino präsentiert uns gleich zwei Spielfilme in nur 6 Monaten. Ob nun Habsucht das Motiv ist oder man dem Zuschauer wirklich nicht einen 200minütigen Film zutrauen wollte, das sei dahin gestellt. Fakt ist, dass die Leinwand endlich wieder rockt!
     Quentins heimliche Marilyn, anderen auch geläufig als Uma Thurman, kämpft sich in seinem neuesten Machwerk durch die Filmgeschichte alter B&C Movies. Versteckt hinter der Figur, die man nur als Die Braut kennen darf und deren Name durch ein gekonntes Piepsen im Film verborgen wird, übt Uma blutige Rache an ihren Peinigern.
     Die Deadly Viper Assassination Squad hat sie am Tag ihrer Hochzeit übel zugerichtet und den Fehler begangen sie am leben zu lassen. Jetzt schwingt sie sich durch die Gefilde verschiedener Filmgenres,
schlitzt ihre Despoten und pflastert ihren Weg mit den Köpfen von jedem, der sich ihr dabei in den Weg stellt.
     Das eine Message dabei nicht von Nöten ist, weiß man schon aus den letzten drei Tarantinostreifen. Was zählt ist der Unterhaltungswert, das Wiedererkennen von Filmzitaten und die Wiedergeburt des Kindes im eigenen Körper. Die Mittel die dazu zumindest für Tarantino nötig sind, haben schon immer das Kreuzfeuer öffentlicher Kritik heraufbeschworen. Aber das macht tarantinoeskes Kino auch wieder aus, denn zuletzt wird sich jeder Zuschauer, der sich für Kill Bill entschieden hat, als erstes an jene Momente erinnern, in denen Uma 88 Yakuzas auf mannigfaltige Weise zerteilte.
     Blut als Mittel der Ästhetik sind nur eine Seite seines Filmverständnisses. In den Drehbüchern baut Quentin wortreiche Schlagabtausche ein, die den Rhythmus der Gewalt bestimmen. Stets erinnern sie uns, dass jeglicher Ernst nur eine Fassade ist und man nur zur Unterhaltung dem
Filmgeschehen beiwohnt. In Kill Bill jedoch sind die Stilblüten der Heißbegehrten Sprachkomik welk. Hölzern wechselt man die wenigen Worte, die es nun einmal zu wechseln gibt und wirken daher nur als zweckmäßige Unterbrechung der Action.
     Hingegen ist die Sprache der Bilder eindeutig. Immer wieder wissen sie zu überraschen und uns noch nie gesehene Momente auf die Leinwand zu zaubern. Wenn Kino eine Religion ist, dann ist Tarantino mit Sicherheit ein Heiland dieser Glaubensrichtung. Kill Bill erinnert an die ursprünglichen Funktionen des Kinos als bedürfnisbefriedigendes Unterhaltungsmittel und setzt neue Maßstäbe in den Grenzen des Actionfilms.
HAMA

Kill Bill, Vol.1 - Facts


Action, USA 2003
Regie: Quentin Tarantino, Darren Lynn Bousmann
Hauptdarsteller: Uma Thurman, Lucy Liu, David Carradine
Bundesstart: 16.10.2003
Homepage: Kill Bill, Vol.1
(http://www.movie.de/filme/killbill/)
Action
Humor
Spannung 
Anspruch
Erotik

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Mit freundlicher Unterstützung von (Chemnitz)

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