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Endlich geht es tiefer in den Kaninchenbau.
Lange erwartet, immer wieder verschoben und jetzt gleich in geballter Ladung zurückgekehrt: 2003 ist das Jahr der Matrix! Endlich sollen wir vom Ausgang des jahrelangen Kampfes gegen die Maschinen erfahren, die den Menschen eine Scheinwelt vorgaukeln und dabei ihre Energien abzapfen. So hoffnungsvoll die Trilogie 1999 ihren Anfang fand, umso erwartungsreicher war das Warten auf die Fortsetzung. Doch hat sich das Warten gelohnt?
Als bisher ereignisreichster Beitrag der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes hoch gelobt, ist es letztendlich nur der hohe optische Genuss, der die neugeladene Matrix zu einem der ertragreichsten Blockbuster aller Zeiten macht. Der Inhalt kann es nicht sein, denn jeglicher Anspruch auf tief greifende Symboliken und Dekonstruktionen die seit dem ersten Ladeprozess obligat waren, werden nicht erfüllt. Viel zu einfach lassen sich hier die Metaphern um die Geschichte des Neo (Keanu Reeves) entschlüsseln, der einen Weg in den Kern der Matrix findet und sich zwischen Rettung der Menschheit und seiner Liebe entscheiden darf.
Die neuprogrammierte Messiasgeschichte ist dennoch Richtungsweisend. In gewohntem Look wissen die Wachowski Brüder einige Schmankerl aus der Special Effects Kiste zu zaubern. Waren es in Teil eins noch 412 visuelle Effekte, wird in der Fortsetzung das Auge mit über tausend Trickeffekten verwöhnt. Bombastisch-visuelle Verfolgungsjagden und Martial Arts Einlagen lassen das Herz Freudensprünge machen. Tricktechnisch hat man mit Motion Capture und eigens entwickelter Software das letzte Quäntchen für beste visuelle Unterhaltung geholt. Diese gewaltigen Bildexplosionen verpassen nun selbst der billigsten Imitation der einzigartigen Matrixoptik einen Tritt.
Da lassen sich leicht storytechnische Enttäuschungen vergessen, die neben wenigen Höhepunkten und keinen richtigen Überraschungen, normkonforme Personenkonstellationen und nahezu überzeichneten Charakteren bieten. Wenig ist mehr zu spüren, von der einst aufgeblühten Diskussion um die Postmoderne im Kino und dem Matrixeffekt. Trotz allem hat Matrix: Reloaded schon lange vor seinem Erscheinen Geschichte geschrieben und daran wird auch der Abschluss der Trilogie im Herbst 2003 nichts ändern.
Also Schonwäschegang einlegen fürs Hirn und Augen weit öffnen, diese Bilderschlacht kann man nur auf der Leinwand in voller Gänze genießen!
HAMA
Matrix: Reloaded - Facts
Mit freundlicher Unterstützung von
(Chemnitz)
Eure Meinung zum Film Matrix: Reloaded
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