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Bis das der Flop euch scheidet
Planet Terror
Eine Hommage an das klassische Double-Feature des Schmuddelkinos der 70er und 80er Jahre sollte es werden: das Unternehmen Grindhouse. Ein gefundenes Fressen für die Regie-Kumpels und Cine-Nostalgiker Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Beide brillierten schon 1996 vor und hinter der Kamera in From Dusk Till Dawn als Roadmovie auf blutrünstigen Vampirfasching traf. Tarantino sprengte kürzlich mit seinem dialogschwangeren Death Proof die Genregrenzen des Roadmovies plus Serienkiller. Rodriguez widmet sich in Planet Terror dem Zombiefilm mit gehöriger Schlagseite in Richtung Fun-Splatter.

     In den USA floppte das Grindhouse Double-Feature, weshalb Planet Terror zweieinhalb Monate nach Death Proof in die deutschen Kinos kommt. Leider wurde getrennt, was doch zusammengehört. So geht zwar der Plan der inhaltlichen Genre-Hommage auf, doch muss das europäische Publikum auf die Doublefeature-Erfahrung der Grindhousewiederbelebung verzichten. Der überdrehte Fake-Trailer zu Machete erinnert schmerzlich an den genialen Plan, genauso wie die filmtechnischen Spielereien, die eine wahnsinnig billige Produktion vorgaukeln und eine abendfüllende Illusion ermöglicht hätten.

     Die Handlung von Planet Terror ist schnell umrissen, die Zutatenliste umso länger. In einer Kleinstadt breitet sich ein ansteckender Virus aus, der Menschen zu Zombies mit riesigen Geschwüren mutieren lässt. Eine kleine Gruppe immuner Bürger rauft sich zusammen und versucht aus dem verseuchten Areal zu fliehen. Angeführt werden sie von Wray (Freddy Rodriguez) und der Stripperin Cherry Darling, die von Rose McGowan ausdrucksstark gespielt wird und bereits in Death Proof die Rolle von „Lapdance Pam“ übernahm. Gegenüber den weiteren kuriosen Charakteren geht Bruce Willis als Oberschurke beinahe unter. Die schauspielerischen Leistungen sind grundsolide, hervorstechender sind die vor Ideen strotzenden Handlungsbrocken, welche eher grob aneinander gereiht sind.
     Tausendsassa Rodriguez, der neben Regie auch für Musik, Script und Kamera verantwortlich ist, schickt leicht bekleidete Damen mit schweren Waffen durch zahlreiche Ekel- und Splatterszenen, coole Fahrzeuge kommen zum Einsatz – alles stimmungsvoll unterlegt von Oldschool-Synthie-Sounds. Obendrein wurde mit Cherry Darlings MG-Beinprotese ein cineastisches Icon geschaffen, das jeden Plakatmaler entzücken würde.

     Bei aller Liebe zum Genre und Detail nähert sich Rodriguez mit seiner Zombie-Splatter-Hommage über 105 Minuten dem Ideen-Overkill. Eine kürzere, knackigere Version als Vorspiel des Grindhouse-Double-Features wäre effektiver als die für sich stehende Long Version für das europäische Kino. Nichtdestotrotz ist Planet Terror nicht nur für Genre-Fans sehenswert. Die wahnwitzige Handlung und der Ideenreichtum dieser Zombiefilm-Collage bieten köstliche Unterhaltung. Denn mit einem Augenzwinkern sind die bemängelten Schwächen zugleich auch die Stärken.
TL

Planet Terror - Facts


Horror, Horror 2007
Regie: Robert Rodriguez
Hauptdarsteller: Bruce Willis, Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Michael Biehn, Tom Savini
Bundesstart: 2.10.2007
Homepage: Planet Terror
(http://www.planetterror.senator.de/)
Action
Humor
Spannung 
Anspruch
Erotik

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Mit freundlicher Unterstützung von (Chemnitz)

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