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Mit dem Kopf durch die Wand
"Chronik – die genaue Aufzeichnung geschichtlicher Ereignisse in zeitlicher Reihenfolge." So lehrt es der Duden. Das Wort, so charismatisch es sein will, setzt hohe Erwartungen, wenn man es in Verbindung mit filmischen Erlebnissen auf übergroßen Leinwänden bringt. Kaum zu glauben, aber man will tatsächlich mit Riddick historische Ereignisse darbieten, genau so wie sie waren oder sind, oder wie sie zuletzt niemanden interessieren werden. Denn Riddick, so historisch er sich im Titel gibt, ist eindeutig profane Actionkost im Gewand eines Science-Fiction-Epos, das einmal gar keins sein wollte.
Geht man einen Schritt zurück, kann man leicht auf die Spuren des großen Riddick treffen, der ursprünglich ein ziemlich wortkarger Hauptcharakter einer neckisch-kleinen Science-Fiction-Produktion war. Pitch Black lud vor vier Jahren eine Vielzahl von Kinogängern ein, auf dem Planet der Finsternis das Fürchten zu lernen. Der gering budgetierte Sci-Fi-Horror, dessen erinnernswertestes Element im Spiel mit Monstern und der Dunkelheit lag, feierte einen großen Erfolg und bot dem Actionstar Vin "Riddick" Diesel seinen Durchbruch. 2003, nachdem die kleine Produktion für Schlagzeilen auf dem Videomarkt gesorgt hatte, wagte man sich an eine Fortsetzung und wollte den Erfolg um den guten Bösewicht Richard B. Riddick ein neues Outfit verpassen. Action statt Horror, Saga statt low budget, Antiheld statt Krieger – das klingt viel versprechend und das sollte es auch werden. Die Chroniken des Sträflings Riddick (Vin Diesel) beginnen mit seinem ungewollten Auftritt zwischen den Fronten eines Sternenkrieges. Die Menschheit sieht sich den Necromongern ausgesetzt. Sie sind Weltenvernichter der bösartigsten Sorte, die das Universum zum Underversum konvertieren wollen und setzen alles daran, jedem Planeten den Glauben an diese Entität zu predigen. Wer sich widersetzt, der wird vernichtet. So liegt es nun an Riddick dies zu verhindern und den Necromongern Einhalt zu gebieten. Dieses Vorhaben setzt viel Einfühlvermögen und taktiles Planen voraus. Doch das kann man von dem Burschen, der am liebsten immer mit dem Kopf durch die Wand und mit seiner Coolness glänzen will, nicht erwarten. Genauso wie sein Hauptcharakter gibt sich der Film und protzt ohne Inhalt mit großen Effekten. Durch den ganzen Film zieht sich eine Computerspielästhetik, die ein jeder selbst schon mal auf der Konsole oder dem Rechner bis zu den Endcredits durchgezockt hat. Überraschen kann den Spieler dabei nichts, denn er weiß in welchen Konventionen er sich bewegt und wie es um seinen Held enden wird. Auch im Film überrascht nichts mehr als der Genrewechsel gegenüber dem Vorgänger. Der Rest bleibt Erwartungsware ohne größere Effekte im Computerspieldesign. So wird auch Riddick im letzten Level zum großen Helden und Weltenretter, der seiner Chronik ein abruptes Ende setzt und den Zuschauer darüber sinnieren lässt, warum soviel Zeit im Kinosessel ohne weiteres zu Luft verpuffen kann. MH
Riddick - Chroniken eines Kriegers - Facts
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