![]() |
||
| Du bist nicht eingeloggt - Login | ||
|
|||||||
|
|
Tausche Geld gegen Liebe
Jamal Malik (Dev Patel) hatte es nicht leicht im Leben. Aufgewachsen in den Slums von Mumbai, galt es für ihn und seinen Bruder Salim (Madhur Mittal) manchen Schicksalsschlag ertragen zu können. Doch dann die große Chance: Er sitzt auf dem Stuhl der indischen Variante von Wer wird Millionär? und verblüfft durch die Sicherheit seiner Antworten. Indien steht Kopf und die Frage, ob Jamal betrügt, führt ihn schließlich in ein Verhörzimmer der Polizei. Dort erzählt Jamal, woher er die Antworten auf Fragen kennt, was das Ganze mit seinem bisherigen Leben zu tun hat und warum er überhaupt auf diesem Stuhl Platz genommen hat: Er ist auf der Suche nach Latika (Freida Pinto), der Liebe seines Lebens.
Überschüttet mit acht Oscars war Slumdog Millionär der Überraschungshit der diesjährigen Academy-Awards. Ohne Weiteres stahl dem eigentlich ausgemachten Favoriten Das Leben des Benjamin Button gehörig die Show. Dennoch setzten bereits vor den Awards viele auf den Underdogbeitrag von Regisseur Danny Boyle (Trainspotting, Sunshine), der durch das kulturelle Umfeld seines Filmes aus der Masse hervorstach. Die von ihm eingegangene Symbiose aus Bollywood und Hollywood überzeugen ebenso wie der Duktus des Films. Simon Beaufoy (Ganz oder gar nicht), der sich für das hervorragende Drehbuch verantwortlich zeigt, spart in seiner Adaption der Romanvorlage Rupien! Rupien! zwar einige der im Buch behandelten Themen aus, doch der Effekt rechtfertigt die Mittel: Trotz einiger Gewaltszenen bleibt der Film immer im Rahmen des Ertragbaren, deutet oft nur an und so wird vieles vom Zuschauer weitergedacht – eine Kunst des Filmemachens, die heute allenthalben abhanden gekommen scheint. Beaufoy erreicht durch das „Zurechtrücken“ der Vorlage zudem eine märchenhafte Storyline, die sich fantastisch mit dem Setting ergänzt. Die Elemente des Sozialdramas werden geschickt mit der Liebesgeschichte verknüpft und so hat man schlußendlich eine Art modernes indisches Märchen vor sich. Jeden der acht Oscars hätte es in einem anderen Oscarjahr, mit fordernderer und vor allem künstlerisch anspruchsvoller Konkurrenz womöglich nicht gegeben. Slumdog Millionär ist nicht das ganz große Überkino, man ist nicht hin und weg und der Film erreicht nicht die sozialdokumentarische Tiefe wie beispielsweise City of God. Aber der interessante strukturelle Aufbau und die durchweg guten schauspielerischen Leistungen, gepaart mit einer bewegenden Story und eindrucksvollen Bildern machen die ganze Klasse von Slumdog Millionär aus. Und die ist uneingeschränkt sehenswert. DZ
Slumdog Millionär - Facts
Eure Meinung zum Film Slumdog Millionär Noch keine Beiträge vorhanden. Hier kannst du der/die Erste sein! Mitdiskutieren - so einfach gehts: |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ©
1999-2003 Jugendinitiative eocus, www.eocus.de. Alle
Rechte vorbehalten. |
|||||