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Brutaler als die Mafia
Primo Sparazza (Joseph Ruskin) ist ein hohes Mafia-Tier kurz vor seinem natürlichen Tod. Sein Leben war ein One-Way-Ticket zu den Sternen. Kein Prozess konnte ihm seine Geschäfte vermiesen, keiner etwas anhaben. Doch ausgerechnet sein Ziehkind und Lieblingsmaskottchen Buddy „Aces“ Israel (Jeremy Piven) könnte es Sparazza auf seine alten Tage verderben. Denn Aces hat es in den letzten Jahren zu bunt getrieben und das FBI angelockt. Nun sitzt Israels Anwalt auf einer Couch der Bundespolizei und handelt eine Hafterleichterung für Buddy aus. Es geht um alles. Buddy Israel soll all sein Wissen über die Cosa Nostra preisgeben. Doch die Mafia verrät man nicht so einfach. Also setzt Sparazza eine Millionen Dollar auf Aces Kopf aus. Und er will sein Herz.
Doch die beiden FBI-Polizisten Richard Messner (Ryan Reynolds) und Donald Carruthers (Ray Liotta) bekommen, vor Sparazzas Anwesen in einem Abhörwagen sitzend, etwas von den Mordplänen mit. Sie müssen Buddy Israel schützen, bis er seine Aussage machen kann. Was bis hierhin wie eine gewöhnliche Gangstergeschichte klingt, das nimmt spätestens jetzt groteske Züge an. Denn Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan lässt Aces nicht etwa nur von einem oder vielleicht zwei Söldnern jagen. Es treten insgesamt fünf Parteien auf, die an die Millionen und Aces Herz wollen. Unter anderem Filmschönling Ben Affleck, die Schauspieldebütantin Alicia Keys und eine Horde Möchtegernnazis die auch einem Mad Max-Film entlaufen sein könnten. Die Handlung nimmt ab hier immer mehr an Fahrt auf und wird selbst für MTV-gewohnte Zuschauer zu einer einzigen Flimmerarie. Die Bilder und Charaktere schießen auf den Kinogänger ein und zwingen ihm seinen Rhythmus auf. Bewundernswert ist der Detailreichtum mit dem Carnahan seine skurrilen Charaktere ausrüstet. Keiner, wirklich keiner seiner Charaktere wirkt dabei wirklich realistisch. Stellenweise glaubt man sich in einer neuzeitlichen Shakespeare-Verfilmung, in der sich alle verfügbaren Charaktere mit einander verquicken und schließlich auslöschen. Seinen Höhepunkt findet Smokin´Aces als sämtliche beteiligten Parteien auf die eine oder andere Art versuchen in eine Hochhausetage zu gelangen, in der sich der gesuchte Delinquent aufhält. Es kommt zu einem finalen Blutbad, wie es sinnloser nicht sein könnte und zu einer erstaunlich langweiligen Wendung. Smokin´ Aces ist ein Film, der sich sowohl in seiner Brutalität, als auch in seinem Erzählstil an die Filme Tarantinos anlehnt. Leider kann weder das noch die hohe Celebrity-Quote unter den Darstellern ausreichen, um zu überzeugen. Einer noch gut gelungenen Einleitung schließt sich das Vorstellen sämtlicher Charaktere an, im Anschluss folgt das ihr gegenseitiges Gemetzel. Mehr Handlung gibt es im Prinzip nicht. Weder vertieft Carnahan den Blick des Zuschauers auf irgendeinen Beteiligten, noch nimmt er sich Zeit eine richtige Handlung aufzubauen. Doch bei allem Negativen stellt man nach den 108 Minuten des Filmes fest, dass man trotz all des Stirnrunzelns kurzweilig unterhalten wurde, was nicht zuletzt am mitreisenden Soundtrack liegt, für den selbst The Prodigy einen exklusiven Song beisteuerten. Trotz einiger guter Ansätze und verdammt viel ausgestrahlter Coolness leidet Smokin´ Aces an einem Zuviel an Charakteren und dem dürftigen zweiten Teil. Wer Action und viel Blut gepaart mit einem guten Soundtrack mag, der sollte den Weg ins Kino nicht scheuen, allen anderen kann man von diesem Film nur abraten. massoud
Smokin´ Aces - Facts
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