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Bungle in the Jungle
Hubschraubersequenz. Explosionen. Kriegsschauplatz Vietnam. Ein Helikopter hebt ab, ein zurückgelassener GI wird hinterrücks erschossen. Sein Kamerad hält den Sterbenden im Arm. Tränen unter Männern. Zuviele Tränen, findet der eine von beiden. Schnitt. die Kamera fährt auf und zeigt ein Filmset.
Hier wird er gedreht – Tropic Thunder, Vietnamkriegsfilm in Starbesetzung – zu viele Stars mit zu vielen Starallüren, wie der britische Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) findet. Der Produzent des sündhaft teuren Mammutprojekts Les Grossman (Tom Cruise) sitzt ihm im Nacken und somit schmiedet der hilflose Filmemacher zusammen mit dem Autor der Romanvorlage des zu drehenden Films, Four Leaf Tayback (Nick Nolte), einen Plan: ein Bootcamp für die Stars. Ausgesetzt im Dschungel, ausgestattet mit einer Mission und Waffen mit Platzpatronen sollen sie zeigen, dass sie echte Männer sind – und vor allem einen Einheit. Die Bande, bestehend aus Tugg Speedman (Ben Stiller), Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), Jeff Portnoy (Jack Black), Kevin Sandusky (Jay Baruchel) und Alpa Chino (Brandon T. Jackson) muss wenig später feststellen, dass die Kugeln, die ihnen um die Ohren fliegen, erstaunlich echt sind und das mit dem vermeintlichen Komparsengegenüber nicht zu spaßen ist. Tropic Thunder geht erstklassig weg vom Start, die Filmbranche wird von oben bis unten gehörig auf die Schippe genommen und auch das Genre des (Anti-)Vietnamkriegsfilms hat bereits nach wenigen Minuten einige Seitenhiebe verpasst bekommen. So hatte man sich das von einer Persiflage auf eben dieses Genre vorgestellt. Doch leider bleibt nicht alles so, wie es beginnt: Die Gags, die anfangs auf verhältnismäßig hohem Niveau angesiedelt waren und dem Kenner der Filme den schwülstigen Pathos von Stones Platoon, Coppolas Apocalypse Now und Ciminos The Deer Hunter unter die Nase rieben, nehmen zunächst qualitativ und dann auch noch quantitativ rapide ab. Einer der wenigen verbleibenden Lichtblicke: Die steten Wortgefechte zwischen dem Fake-Schwarzen Australier Kirk Lazarus und dem wirklich Schwarzen Alpa Chino. Auch einige Rambo-Einlagen Ben Stillers vermögen noch zu begeistern – Rambo-Persiflagen sind allerdings nichts Neues im Action-Komödiengenre. Man fragt sich als Zuschauer, warum der Film den guten Anfang derart verliert und aus dem anfänglichen Gaudi stellenweise einen solchen Müll braut. Vielleicht liegt es daran, dass dem heimlichen Lieblingsgenre Hollywoods nicht zu viel Schaden widerfahren soll, vielleicht ist das Thema angesichts der aktuellen politischen Situation zu sensibel für eine hundertprozentige Satire, vielleicht hat Tropic Thunder aber auch das gleiche Leiden, wie der zu drehende Film im Film: Ein Starproblem. Jack Black geht nahezu unentwegt auf die Nerven, Nick Noltes vielversprechende Rolle wird nach gutem Beginn völlig unbenutzt weggeworfen, Tom Cruise vermag zwar zu überraschen, ist dann aber doch zu eindimensional – für mehr bleibt auch keine Zeit. Was bleibt, ist ein mäßig unterhaltsamer Hauptprotagonist Ben Stiller, welcher ebenso wie der gesamte Film während der Spielzeit kontinuierlich schlechter wird. Die Special-Effects wiederum sind für eine Komödie erstaunlich bombastisch, hier wurde geklotzt und nicht gekleckert. Diese sorgen auf dafür, dass sich das Ende noch einmal unterhaltsam gestaltet. Der anfängliche Glanz blitzt so in den letzten Minuten noch einmal auf, der Enttäuschung über das verschwendete Potenzial verschafft dies aber auch keine Linderung. DZ
Tropic Thunder - Facts
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